Wie baue ich eine Eigenmarke auf?
Mehr als nur ein Produkt mit Logo
Viele Unternehmen denken bei individuellen Produkten zuerst an einen klassischen Werbeartikel: ein bestehendes Produkt wird ausgewählt, mit dem Logo versehen und anschliessend verteilt. Für viele Einsätze ist das genau der richtige Weg.
Manchmal reicht ein Logo auf einem Standardprodukt jedoch nicht aus. Wenn ein Produkt langfristig eingesetzt werden soll, zur Markenwelt passen muss oder Teil eines eigenen Sortiments werden soll, kann eine Eigenmarke sinnvoll sein.
Eine Eigenmarke geht über die reine Veredelung hinaus. Es entsteht ein Produkt, das stärker auf die Marke, die Zielgruppe und den Einsatzzweck abgestimmt ist. Dabei spielen nicht nur das Produkt selbst, sondern auch Farben, Materialien, Verpackung, Qualität und Präsentation eine wichtige Rolle.
Was ist eine Eigenmarke?
Eine Eigenmarke ist ein Produkt oder eine Produktlinie, die unter dem Namen und im Erscheinungsbild eines Unternehmens auftritt. Das Produkt wird nicht einfach als neutraler Artikel mit Logo eingesetzt, sondern wirkt wie ein eigenständiger Bestandteil der Marke.
Das kann zum Beispiel ein Mitarbeitenden Geschenk, ein Merchandise-Produkt, ein Kundengeschenk oder ein Produkt für den Wiederverkauf sein. Entscheidend ist, dass das Produkt nicht zufällig ausgewählt wirkt, sondern bewusst zur Markenidentität passt.
Eine Eigenmarke kann sehr unterschiedlich aussehen. Manchmal geht es um eine individuell gestaltete Verpackung, manchmal um eine eigene Farbkombination, ein besonderes Set oder eine komplette Produktentwicklung. Je stärker das Produkt angepasst wird, desto mehr Planung, Abstimmung und Vorlaufzeit sind nötig.
Wann lohnt sich eine Eigenmarke?
Eine Eigenmarke lohnt sich besonders dann, wenn ein Produkt nicht nur einmalig verteilt, sondern langfristig eingesetzt werden soll. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Unternehmen regelmässig Kundengeschenke versenden, ein internes Merchandise-Sortiment aufbauen oder Produkte für Events, Onboarding oder Mitarbeitenden Bindung verwenden möchten.
Auch wenn ein Produkt eine bestimmte Haltung oder Markenbotschaft transportieren soll, kann eine Eigenmarke sinnvoll sein. Statt ein beliebiges Produkt mit Logo zu versehen, entsteht eine Lösung, die auf die Zielgruppe zugeschnitten ist und zum Anlass passt.
Weniger geeignet ist eine Eigenmarke meist für sehr kurzfristige oder einmalige Aktionen, sehr kleine Mengen oder Projekte, bei denen vor allem eine schnelle und kostengünstige Umsetzung im Vordergrund steht. In solchen Fällen ist ein Standard-Werbeartikel oft die effizientere Lösung.
Schritt 1: Ziel und Einsatz definieren
Am Anfang steht nicht das Produkt, sondern die Frage nach dem Ziel. Was soll die Eigenmarke leisten? Soll sie Aufmerksamkeit erzeugen, Wertschätzung ausdrücken, ein Sortiment ergänzen oder langfristig im Alltag der Zielgruppe präsent sein?
Auch der Einsatzort ist entscheidend. Ein Produkt als Kundengeschenk hat andere Anforderungen als ein Artikel für Mitarbeitende, ein Messe-Give-away oder ein Wiederverkaufsprodukt. Je klarer der Zweck definiert ist, desto einfacher lassen sich passende Produkte, Materialien und Verpackungslösungen ableiten.
In dieser Phase lohnt es sich auch über die Zielgruppe nachzudenken. Wer soll das Produkt erhalten oder kaufen? Wie wird es genutzt? Soll es praktisch, hochwertig, kreativ, nachhaltig oder besonders auffällig sein? Diese Fragen helfen, die Richtung der Eigenmarke frühzeitig zu bestimmen.
Infografik: Plumor
Schritt 2: Produkt und Sortiment festlegen
Sobald das Ziel klar ist, folgt die Auswahl des Produkts oder der Produktgruppe. Dabei geht es nicht nur darum, was schön aussieht, sondern vor allem darum, was zur Marke und zur geplanten Nutzung passt.
Eine Eigenmarke kann aus einem einzelnen Produkt bestehen oder aus mehreren aufeinander abgestimmten Artikeln. Möglich sind zum Beispiel Schreibwaren, Textilien, Taschen, Trinkflaschen, Verpackungen, Geschenksets oder individuell zusammengestellte Produktkombinationen.
Wichtig ist, dass das Sortiment nicht beliebig wirkt. Farben, Materialien und Funktionen sollten zusammenpassen und ein einheitliches Bild ergeben. Gerade bei mehreren Produkten entsteht die Markenwirkung nicht durch jedes einzelne Element, sondern durch das Zusammenspiel.
Schritt 3: Design, Farben und Verpackung entwickeln
Bei einer Eigenmarke spielt die Gestaltung eine zentrale Rolle. Das Produkt soll nicht nur funktionieren, sondern auch visuell zur Marke passen. Dazu gehören Farben, Formen, Materialien, Veredelungen, Etiketten, Anhänger, Verpackungen und Begleitkarten.
Die Verpackung ist dabei oft genauso wichtig wie das Produkt selbst. Sie prägt den ersten Eindruck und entscheidet mit darüber, wie hochwertig ein Artikel wahrgenommen wird. Ein einfaches Produkt kann durch eine stimmige Verpackung deutlich stärker wirken. Umgekehrt verliert auch ein gutes Produkt an Wirkung, wenn die Präsentation nicht zur Marke passt.
Gerade bei Eigenmarken sollte deshalb früh geklärt werden, welche Elemente individuell gestaltet werden sollen. Je mehr Bestandteile angepasst werden, desto wichtiger sind saubere Druckdaten, klare Freigaben und realistische Zeitplanung.
Schritt 4: Machbarkeit, Menge und Budget prüfen
Nicht jede Idee lässt sich in jeder Menge oder jedem Budgetrahmen sinnvoll umsetzen. Deshalb ist die Machbarkeitsprüfung ein wichtiger Schritt beim Aufbau einer Eigenmarke.
Dabei wird geprüft, welche Produktionsverfahren möglich sind, welche Materialien in Frage kommen und welche Mindestmengen gelten. Besonders bei individuellen Farben, Sonderformen, eigenen Verpackungen oder speziell entwickelten Produkten können Mindestmengen höher ausfallen als bei Standardartikeln.
Auch das Budget sollte nicht nur auf den Stückpreis reduziert werden. Bei einer Eigenmarke spielen zusätzlich Entwicklung, Muster, Verpackung, Transport, Lagerung und zukünftige Nachbestellungen eine Rolle. Eine realistische Planung hilft, spätere Überraschungen zu vermeiden, sprich die langfristige Verfügbarkeit der Produkte oder des Sortiments «Eigenmarke» sicherzustellen, womit das eigentliche Ziel der Eigenmarke, nämlich die nachhaltige Wirkung und die Wiedererkennung der eigenen Marke gewährleistet wird.
Schritt 5: Muster prüfen und Details freigeben
Bevor eine Eigenmarke in Produktion geht, sind Vorproduktionsmuster sinnvoll, um nicht zu sagen unabdingbar. Sie zeigen wie das Produkt tatsächlich wirkt und ob Material, Farbe, Verarbeitung, Layout, Verpackung und Funktionalität den Erwartungen entsprechen.
Gerade bei Produkten mit längeren Transportwegen kann es hilfreich sein zuerst Fotos des Musters zu prüfen. Offensichtliche Abweichungen lassen sich so früh erkennen bevor ein physisches Muster versendet wird. Das spart Zeit und vermeidet unnötige Korrekturschleifen.
Die Musterphase ist wichtig weil sie Sicherheit schafft. Kleine Anpassungen sind in dieser Phase oft noch möglich. Nach der finalen Freigabe wird die Serienproduktion gestartet, weshalb die vorhergehende Prüfung sorgfältig erfolgen sollte.
Schritt 6: Produktion, Lagerung und Nachbestellungen planen
Nach der Freigabe startet die Produktion. Je nach Produkt, Menge und Individualisierungsgrad kann dieser Schritt mehrere Wochen oder Monate dauern. Anschliessend folgen Qualitätskontrolle, Transport und gegebenenfalls nochmalige Qualitätskontrolle vor der finalen Auslieferung.
Bei Eigenmarken lohnt es sich bereits früh an Lagerung und Nachbestellungen zu denken. Wenn ein Produkt regelmässig eingesetzt wird, sollte klar sein, wo es gelagert wird, wie Bestände überwacht werden und wann rechtzeitig nachbestellt werden muss.
So wird aus einer einmaligen Produktidee ein langfristig nutzbares Markenelement. Besonders bei wiederkehrenden Geschenken, internen Bestellungen oder Merchandise-Sortimenten kann eine strukturierte Lösung viel Zeit und Aufwand sparen.
Häufige Fehler beim Aufbau einer Eigenmarke
Ein häufiger Fehler ist, zu spät mit der Planung zu beginnen. Eigenmarken benötigen mehr Vorlauf als klassische Werbeartikel, weil mehr Entscheidungen getroffen und mehr Details abgestimmt werden müssen als bei klassischen Promo-Artikeln.
Ein weiterer Fehler ist, nur vom Produkt her zu denken. Eine Eigenmarke entsteht nicht dadurch, dass ein beliebiger Artikel angepasst wird. Sie entsteht durch ein klares Konzept, das mehrere Faktoren berücksichtigt, sodass die Zielgruppe, die Marke und der Einsatz des Produktes optimal miteinander verbunden sind im Produkt, in der Eigenmarke.
Auch zu viele Einzelideen können problematisch sein. Eine starke Eigenmarke braucht nicht möglichst viele Produkte, sondern eine klare Linie. Wenige gut ausgewählte Artikel wirken oft stärker als ein unübersichtliches Sortiment.
Fazit: Eine Eigenmarke braucht ein klares Konzept
Eine Eigenmarke aufzubauen bedeutet, ein Produkt bewusst aus der Marke heraus zu entwickeln. Es geht nicht nur um Logo, Farbe oder Verpackung, sondern um die Frage, welche Wirkung das Produkt erzielen soll und wie es langfristig eingesetzt wird.
Wer frühzeitig plant, Zielgruppe und Einsatzzweck klar definiert und Machbarkeit, Menge, Budget und Lieferzeit realistisch prüft, schafft die besten Voraussetzungen für ein überzeugendes Ergebnis.
Eine Eigenmarke lohnt sich vor allem dann, wenn ein Produkt nicht austauschbar wirken soll, sondern ein fester Bestandteil der Markenkommunikation wird.
Weitere Informationen zu individuellen Sonderanfertigungen und Eigenmarken finden Sie auf unserer Angebotsseite.